5 zukunftsweisende Print-Modelle - tq.Workshop

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Ergebnisse des Workshops zur Zukunft der Printmedien im Rahmen der internationalen Social Media Week 2013

 

Sie beginnt 2009 in New York und ist 2013 weltweit in zehn Metropolen vertreten - in Europa, Nordamerika, Asien und Afrika. Und das mit mehr als 30.000 Teilnehmern:

Die internationale Social Media Week ist auf dem Weg, zu einer wichtigsten globalen Konferenzen zu werden.

Denn Social Media zeigt sich mehr und mehr eingebettet in Gesellschaftsleben und Alltag der Menschen – und Unternehmen erkennen, dass sie es hier nicht mit einfach neuen Marketingkanälen zu tun haben. Social Media ist die digitale Simulation von menschlicher Kommunikation - ob in Gruppen oder in privaten wie auch öffentlichen  Kreisen. Und das bringt viel Veränderungen für Unternehmen und deren Art, den Kontakt zu ihren Kunden zu halten.

Denn die Kunden werden auch selbst aktiv und können damit sogar zum Wettbewerber des Anbieters werden: Wenn sie eine Dienstleistung oder ein Produkt vermissen oder es auch am transparenten authentischen Austausch mit der Marke oder dem Hersteller mangelt, dann ergreifen sie im Zweifelsfall ganz pragmatisch die Initiative und machen die Dinge selbst. Bis hin zum Schaffen neuer Geschäftsmodelle, die dem Markt besser angepasst sind als die bestehenden Unternehmen.

Wer dies in den letzten Jahren mit am stärksten zu spüren bekam? Die Unternehmen der Verlags- und Medien-Branchen. Gerade Gedrucktes war immer ganz dicht eingebunden ins soziale Leben der Menschen als Leser und Autoren. Der Bedarf an Lösungen und Umsetzungsszenarien ist daher groß. Vor diesem Hintergrund auch meine Interviewaussagen im Gespräch mit Frau Dr. Maike Prehn, Managerin eBook bei Kontor Media (Edel Gruppe). Es ging um die Zukunft der Buchverlage und um deren sich ändernden Geschäftsmodellen (lesen Sie das Interview dazu hier im Blog). Wir konnten diese Diskussion auf Einladung der Edel AG gleich im Podiums-Fachtalk am 21.02.2013 fortsetzen, der im Rahmen der Hamburger Social Media Week stattfand. Sehen Sie hier einen Videomitschnitt der Runde.

 

"Und an die Leser denken" - Helmut Markwort im "Focus"-Werbespot

 

Die Zukunft der Printmedien ist stark abhängig von den Gewohnheiten und Wünschen der Menschen, die diese nutzen. Was liegt da näher als diese Zukunft in einem Workshop mit Lesern, Nutzern und Menschen der betroffenen Branchen zu erkunden?

Der von trendquest hierzu am 19.02.2013 veranstaltete interaktive Workshop zur Print-Zukunft brachte spannende Inhalte und Ergebnisse. Nach meiner kurzen Einführung und einer gemeinsamen ersten Diskussion gingen die Workshop-Teilnehmer in 5 Einzelgruppen und erarbeiteten ein jeweils eigenes Print-Modell.

Die Ergebnisse waren vielschichtig und zukunftsweisend. So gab es selbstverständlich Überlagerungen bei einigen Basics aber auch Trend-Spitzen. Dies besonders im Bereich Nachhaltigkeit z.B. mit Cradle-to-Cradle-Modellen und dann ebenfalls bei Wegen des mobilen Lesens wie auch der Brücke von der Mobilität zum ebenfalls nach wie vor gewünschten Printprodukt.
Dabei spielt Digitalität bei allen fünf Modellen eine durchgehende Rolle – allerdings unterschiedlich gewichtet. Qualität hat allerhöchste Rang: „Wenn alles nur digital ist, wird nicht mehr richtig recherchiert“ – Zitat aus der Diskussion.

Außerdem legten alle Gruppen in ihren Modellen Wert auf den Faktor des Lesens als Erlebnis. Dies lässt sich auch seitens trendquest bestätigen: In Zeiten des Informationsüberflusses ist die Ablenkung groß, die die vielen Medien-Kanäle bieten. Daher zählt: Die Menschen ziehen sich in ihre eigenen persönlichen Welten zurück, sie legen Wert auf ihren eigenen persönlichen und sozialen Raum, den sie nur mit ihrem direkten sozialen Umfeld teilen. Für Unternehmen als Anbieter von Produkten und Leistungen bedeutet dies: Wer gesehen werden will, muss eigene Erlebniswelten schaffen. 

 

5 zukunftsweisende Print-Modelle - Die von den Workshopteilnehmern herausgearbeiteten Modelle lassen sich mit folgenden Stichworten skizzieren:

 

Zeitung + Buch - Cradle to Cradle

  • Printtankstelle druckt stets frisch aus – sowohl Zeitung als auch Buch
  • Der Inhalt kann auch die Form bestimmen
  • Individuelle Zusammenstellbarkeit von Artikeln und Themen – sowohl digital als auch gedruckt
  • Inhalte und Lesekonfigurationen sind in der Cloud gespeichert
  • Frühstückszeitung ist aus essbaren Materialien (C2C)

 

Buch gedruckt + Digitalversion inklusive

  • Lesen wird interaktiv
  • Inhalte und Konsum-Module sind abgestuft konsumierbar. Man kann nur das reine Buch bekommen, wer möchte, kann allerdings auch eine Art Buch+ erhalten, das dann in der eBook-Version diverse interaktive Funktionen bietet – als enhanced eBook

 

Magazin

  • Meinungsvielfalt ist wichtiger denn je
  • Inhalte bieten individuelle Views statt einfache News – Meinung statt nüchterner Nachricht
  • Inhalt muss auf gut recherchierter jJournalistischer Arbeit basieren
  • Das Magazin bietet aktivierende Elemente und
  • andere Blickwinkel
  • ergänzend zum Magazin könnte eine eigene Tageszeitung als Teaser funktionieren

 

Print-Mix

  • Exklusiv
  • Content is Queen
  • Features on Demand - Einzelne Funktionen und Erweiterungen nach Bedarf

 

Tageszeitung

  • Tagesaktuelle Basis
  • Print vorrangig, aber digital unterfüttert
  • Der Leser kann einen eigenen individuellen Schwerpunkt festlegen
  • Geschäftsmodular aufgebaut: zusätzlich zum Basismodell sind gg. einen kleinen Aufpreis jeweils Schwerpunktthemen oder Oberbereiche zubuchbar
  • Die App dient nicht nur zum Lesen sondern auch zum Zusammenstellen. Der Kunde kann via App am Kiosk seine tagesaktuelle Zeitung ausdrucken lassen.



Ich freue auf die weiteren Entwicklungen und bin gespannt, was sich davon in der nahen oder weiteren Zukunft wiederfindet.


 

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