Afrikas Entwicklungs-Trend: "Women Entrepreneurs drive Growth"

Walter Matthias Kunze's picture

Chairwoman Rose Peter of the Upendo Women Growers Association
Chairwoman Rose Peter of the Upendo Women Growers Association - Bild: public domain

 

Afrika und die Rolle von Afrikas Frauen scheinen heute der Newstrend zu sein:

Vier Schülerinnen haben einen Strom-Generator entwickelt, der es ermöglicht, aus Urin Strom zu produzieren. Mehr dazu auf Social-Startups.de: http://is.gd/KX1ns1
(
Dank an Groß & Stark Kommunikation!)

Die World Bank schreibt auf ihrer Facebook-Seite: "Africa has cut AIDS-related deaths by 1/3 in the past six years. " Link dazu: http://is.gd/0Llu1y

"Afrikas Frauen treiben die Wirtschaft" schreibt die New York Times.

 

Hierzu mehr. Ich wurde heute morgen durch einen geteilten Link von Kirstin Marquardt und Companisto auf Facebook auf diesen Artikel in der New York Times aufmerksam:

"Women Entrepreneurs Drive Growth in Africa" 

(Link zum Artikel in der New York Times)

Afrika würde in den nächsten 5 jahren wirtschaftlich so stark wachsen wie kein anderer Kontinent.

Die Kommentare auf Facebook zum Artikel waren eher sehr skeptisch - es sei "reines Wunschdenken" etc.

Dabei haben die Kommentarschreiber nach meinem Verständnis "absolutes Wachstum" verwechselt mit dem Begriff der "Wachstumrate" - also die Geschwindigkeit, mit der Afrikas Wirtschaft wächst.
 

Ich stelle mal folgende Vermutungen und Trends zur Diskussion:


Afrika wird einiges aufholen, was die anderen Staaten und Kontinente bereits geschafft haben. Folglich wachsen die anderen Staaten nicht mehr so schnell, weil sie bereits ein gewisses Level erreicht haben. Und da in Afrika der (Nachhol-)Bedarf nach Wachstum sehr groß ist, ist die Wachstumrate hoch. Verstärkt und effizienter gemacht wird dieses Wachstum durch das Internet (u.a. auch starke Vernetzung durch mobiles Internet) mehr Effizienz in Vertrieb und Materialeinkauf möglich ist. Das macht das Ganze einfacher.
Wichtig ist außerdem: Eigenständiges Wirtschaftswachstum sorgt auch für Stabilität in sozialen Aspekten - dies ganz besonders, da die Wachstumtreiber eher sich selbstorganisierende kleine Netzwerke und Firmen sind.

China, als Wachstums-Vergleich, hatte vor einigen Jahren ebenfalls noch sehr, sehr hohe Wachstumsraten. Diese haben sich nun allmählich etwas verlangsamt (Ursachen: allmählich verbesserte Infrastruktur, bremsende Regierungsvorgaben für gesundes langsameres Wachstum, besserer Vertrieb, etc.).

Allerdings unterscheidet sich Afrikas Wachstum eben dadurch, dass es ein Wachstum in mehreren einzelnen (teils etwas instabilen) Staaten ist. Hier steuert kein zentralisierter Staat wie im Beispiel Chinas. Dieses in Afrika stattfindende verteilte und vernetzte, dezentrale Wachstum hat Vorteile, weil es weniger anfällig für Störungen ist und Innovationen stärker fördert. Es mag zwar in Teilen für das einzelne Unternehmen auch riskanter sein - wenn sind diese jedoch vernetzter agieren, so würde diese Solidarität eine Art soziales Netz schaffen, das es ermöglicht, Ausfälle schneller abzufedern. Und das scheint in Afrikas wachsenden Unternehmensmodellen eher der Fall zu sein.

Denn es ist allem Anschein so, dass dies Wirtschaftswachstum vorrangig durch Unternehmerinnen vorangetrieben wird - und Frauen denken und handeln eher kommunikativ-vernetzter in flacheren Netzwerkstrukturen. Und sie handeln in manchen Dingen auch pragmatischer als es in den bisher von vertikal-hierarchisch und zentralistischer geführten und strukturierten Organisationen und Unternehmen der Fall ist, die oft von Männercliquen geführt (und vererbt) werden.

Sichtbare und spürbare Auswirkungen in 5 Jahren?


Ich gehe davon aus, dass sich hier viel innovative neue Modelle entwickeln, die auch in einigen Jahren (evtl. deutlicher spürbar ab in 5 Jahren) ihre Wirkungen auf globale Wirtschaftsstrukturen haben werden (vorausgesetzt, es gibt keine größeren Katastrophen oder Kriege).

Diese vernetzten Konzepte und weiblichen Kommunikations- und Arbeits-Prinzipien (die wir in Teilen auch in Deutschlands Startupszene und Kulturszene erleben) sind es, die wir bereits jetzt aufmerksam beobachten sollten - und aus denen wir positive Wege lernen können und diese als effiziente Modelle umsetzen können.

Share this