9 Geschäftsmodelle für Zeitungen im Internet - Anregungen und Ideen

Walter Matthias Kunze's picture

Grob zusammengefasst sind derzeit unter anderem folgende Geschäftsmodelle für Online-Zeitungen möglich:

  • Verkauf einzelner Artikel für zB 0,20 bis 0,30 €/$/etc. – hier auch eine Kooperation mit einem Nachrichten-Aggregator denkbar
  • Verkauf eines Pauschalzugangs – d.h die Zeitungsinhalte sind eingemauert (die sogenannte „Paywall“)
  • „Porous Paywall“: Der Kunde zahlt, wer sich Mühe gibt, kann auch hinter die Paywall > zB http://www.abendblatt.de – wer hier http://m.abendblatt.de eingibt, kommt hinter die Mauer ;-)
  • Paywall ab einer gewissen freien Zugangsfrist: Der Kunde hat z.b. bei der New York Times die Möglichkeit, ein gewisses Kontingent an Artikeln gratis zu lesen, bevor er je Artikel oder pauschal zahlen muss: http://is.gd/aDI9K4
  • Spenden
  • Mitgliedschaften, wie z bei der http://www.taz.de
  • Micropayment wie zB via http://flattr.com
  • Aggregator mit kostenpflichtigem Modell ähnlich spotify:
    Erster Zeitrahmen oder gewisse Anzahl Artikel ist kostenfrei, Rest dann gg. monatliche Pauschale
  • App zum Aggregator
  • ...und vielleicht fallen dir nach dem Lesen noch weitere Möglichkeiten ein?

 

Das Aggregator-Modell erscheint mir als ein sehr praktikables: Es gibt es bereits eine ganze Reihe an Aggregatoren, einige davon richtig gut - und dass so etwas Topic of the Day ist, zeigt die Diskussion um Google als Aggregator und die Debatten zu einem Leistungsschutzrecht (hierzu mehr ggf. in einem gesonderten Beitrag).

Was zu bedenken ist: Beim Aggregatormodell besteht auch eine große Chance für die Verlage:

Die Verlage könnten sich entweder mit einem bestehenden Aggregator (etwa http://flipboard.com, Google Currents http://is.gd/48qGtt, NewsHog http://is.gd/VQ0mjf , … oder Google News?) zusammenschließen.

Sie könnten aber auch gleich selbst einen gründen. Basis dafür könnte etwa ein bestehender Onlineshop aus einem Verlagshaus sein. Oder der Neutralität wegen lieber doch ein neuer.

Denn bei dem Gedanken eines gemeinsamen Shops und/oder Aggregators Hier zeigt sich auch schon ein Problem, das die Musikindustrie bereits hinter sich hat: Wer hat das inhaltliche und geschäftliche Sagen bei solch einen Aggregator? Und möchten die Verlage überhaupt mit den Wettbewerbern gemeinsam unter einem Dach verkauft werden?

Apple hat damals mit einer gewissen rücksichtslosen Konsequenz die Musikindustrie quasi zwingen können – wer übernimmt diesmal diese Rolle? Oder tritt Apple nun auch hier auf den Plan? Etwa mit der iPad-App „Zeitungskiosk“? Die schaut nett aus. Auch netterweise bringt gerade die Hannoversche Allgemeine aus dem Hause der Mediengrupe Madsack einen Infoartikel zum digitalen Apple-Kiosk: http://is.gd/ihDsub.

Und die Leser als Kunden der Verlage? Ich vermute, diese würden sich für das am besten und leichtesten zu bedienende Angebot entscheiden: Ein möglichst sehr breites Spektrum an Zeitungen und Zeitschriften. Eben genau so wie ein richtiger Kiosk am Bahnhof oder an der Straßenecke. Denn der Kiosk verkauft ja auch mehrere Produkte unterschiedlicher Verlage parallel! Undenkbar, dass es z.B. im Bahnhof drei Kioske nebeneinander gäbe, jeder von einem anderen Verlag - z.B. einen von Axel Springer, einen von Gruner + Jahr, und einen aus dem Hause Tomorrow Focus, …


Soll ich mir die Zeitung per App vom Kiosk holen?

Zu solch einem Aggregator sollte es auch eine App geben - etwa so:

Mein Kiosk um die Ecke wird (ähnlich wie die Taxifahrer mit ihren Taxi-Apps) quasi Vertragspartner des App-Anbieters und der App-Anbieter (idealerweise besagter übergreifender noch zu gründender Verlagsaggregator) hat zudem mobile Digital-Drucker, die der Kioskbetreiber in den Kiosk stellt:

Customized Frühstückszeitung

Dann kann ich mir bequem meine Auswahl an Artikeln morgens per Klick auf den Button in der App an meinen Kiosk um die Ecke senden und dann die individuell ausgedruckte Matthias-Zeitschrift vom Kiosk abholen. Entweder auf dem Weg zur Arbeit oder abends nach Feierabend oder am Wochenende auf dem Weg zu Konditorei Stenzel beim Holen der Sonntagsbrötchen, bevor ich mich mit Freunden zum Frühstück treffe, oder ich schenke einer Freundin ihre eigene Zeitung per zeitlich befristetem Abo zum Geburtstag … 

Wir sehen, da gibt es einige Optionen und Konzepte …

Sie sind Leser? Sie sind Verleger?
Wie sehen Sie die Sache?

 

 

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